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Coronavirus – Unternehmen müssen schnell und richtig reagieren


Erstellt von Rolf Jahn, Chief Security Officer, Senior Information & Cyber Security Consultant

Zweifellos stellen die Auswirkungen des Coronavirus eine weltweite Bedrohung dar. Viele Länder, auch die Schweiz, kämpfen mit kaum gebremsten, hohen Zuwachsraten an Infektionen. Unternehmen müssen im Sinne einer erfolgreichen Business Continuity-Strategie ohne Verzug wirksame Krisenpläne entwickeln oder vorhandene umsetzen. Für proaktives Handeln in dieser Krisensituation gibt es einen Katalog an Massnahmen. Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte sind gefordert, leistungsfähige Krisenteams aufzustellen und genau abgestimmte Kommunikation zu gewährleisten. Damit, und aufgrund regelmässiger Übungen, kann man der Krise strukturiert, zielgerichtet und erfolgreich begegnen.

Die Coronaviren, kurz CoV, sind eine Familie von RNA-Viren, die sowohl Tiere als auch Menschen infizieren. Sie lösen beim Menschen vor allem Erkrankungen des Respirationstrakts aus. Die WHO nennt die durch das neue Coronavirus verursachte Krankheit offiziell COVID-19, kurz für «coronavirus disease 2019».

Anfang Februar 2020 (Woche 6) war in der Schweiz laut dem BAG noch in keiner der untersuchten Proben das neue Coronavirus nachgewiesen worden. Zum 05. März sind in der Schweiz jedoch bereits fast 100 Fällen Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus bestätigt. Meldungen zu Erkrankungen liegen aus mehreren Kantonen vor: Tessin, Genf, Graubünden, Aargau, Zürich, Basel-Stadt, Waadt, Baselland, Bern, Schwyz, Freiburg, St. Gallen und Wallis. Und es werden täglich mehr ...

Gemäss BAG sind die Erkrankten isoliert, ihr Gesundheitszustand ist gut. Die Gesundheitsbehörden benachrichtigen enge Kontaktpersonen. Dennoch stufte der Bundesrat die Situation in der Schweiz gegen Ende der KW06 aufgrund der rasanten Ausbreitung des Coronavirus als besondere Lage gemäss Epidemiengesetz ein. 

Wie ist die Schweiz vorbereitet?

Für den Fall der weiteren Ausbreitung des neuen Coronavirus sind Bund, Kantone und die Gesundheitsversorgung vorbereitet. Aktuell gilt:

  • Eine Infoline ist in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.
  • Bei grippeähnlichen Symptomen werden die Tests auf das neue Coronavirus intensiviert.
  • Es gibt keine Einreisebeschränkung in die Schweiz. Einreisende und Pendler aus Italien werden an den Grenzen informiert, was sie tun sollen, wenn sie Symptome haben (Atembeschwerden, Husten oder Fieber). Dies erfolgt auch bei Einreisen an den Flughäfen.
  • Grossveranstaltungen mit mehr als 1’000 Personen sind mit sofortiger Wirkung verboten. 

Betriebe und andere Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten (Öffentlicher Verkehr, Supermärkte, Schulen, Kino, Universitäten etc.), sind von diesem Veranstaltungsverbot jedoch nicht betroffen. Bei allen Massnahmen arbeitet der Bund eng mit den kantonalen Gesundheitsbehörden zusammen (vgl. Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit BAG).

Wie sieht es in der Privatwirtschaft aus?

Zurzeit ist es den privaten Unternehmen selbst überlassen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusätzliche Massnahmen wie Heimarbeit oder weitgehender Verzicht auf Sitzungen anzubieten, respektive bestimmte Konferenzen durch Telefonkonferenzen zu ersetzen. 

Notfälle und Krisen entwickeln sich schnell und unvermittelt 

Kein Unternehmen ist davor sicher: Als Notfall gilt jede (unvorhergesehene) Situation, in der eine drohende Gefährdung für Sachen, Tiere oder die körperliche Unversehrtheit von Menschen eintritt. Eine Krise hingegen ist eine ungeplante und ungewollte sowie zeitlich begrenzte Situation, durch die die Fortführung des Unternehmens infrage gestellt wird.

Das Bedrohungsszenario

Mögliches Szenario für Unternehmungen im Falle des Coronavirus ist die potentielle Lahmlegung von Betriebsbereichen aufgrund des Ausfalls von Schlüsselpersonen oder grösseren Teilen der Belegschaft. Aufgrund der Sachlage könnten Ausfälle sowohl schleichend (einzelne Krankheitsfälle) oder massiert (bspw. Ansteckungsherd, Panikreaktion) auftreten. Für die Unternehmungen kann es also unter Umständen schnell zu einer Notfallsituation, wenn nicht gar zu einer existenzbedrohenden Krise kommen. 

Instrumente der Notfall- und Krisenbewältigung

In solchen Situationen sind Geschäftsleitungen und Verwaltungsräte besonders gefordert. Sie müssen den Takt im Unternehmen vorgeben und sich gleichzeitig mit ihrem Handeln dem Urteil vieler kritischer Beobachter und selbsternannter Experten stellen.

Wie beim Thema Cyber-Risiken gilt es auch bei diesem Risiko, das Mindset / Gesinnung umzudrehen: Der Normalfall ist, dass das Coronavirus in irgendeiner Art und Weise den Geschäftsbetrieb tangiert. Das Nichteintreten sollte als Sonderfall verstanden werden. 

Die Fragestellung lautet also: Wie kann ein Unternehmen unter so erschwerten Umständen das Geschäft weiter reibungslos betreiben? Die Antwort darauf lautet (analog zum Cyber-Risiko): Crisis Resilience!

In der Praxis bewährt hat sich ein proaktiver Umgang mit Krisensituationen: Für das professionelle Management von Krisensituationen empfiehlt sich ein auf der KTK+ Triade basierendes Krisenmanagement-Konzept. Dieses legt den Fokus auf Leadership und proaktive Kommunikation in der Krisenbewältigung. (KTK+ steht für Krisenstab, Training und proaktive Kommunikationsführung.)

Vorbedingung: Ein leistungsfähiger Krisenstab 

  • Anforderung nach ISO 27001, ISO 22301, PCI-DSS: Die meisten KMU verfügen heute über eine Notfall- bzw. Krisenorganisation (Krisenstab, Crisis Management Team).
  • Bestätigte Einsatzbereitschaft: Anhand von bedrohungsgerechten Szenarien (bspw. Ausfall Versorgungsdienste oder Schlüsselpersonal, Cyberattacke, komplexer Unfall bzw. Medienereignis) wird periodisch deren Einsatzbereitschaft auf die Probe gestellt. 

Hausaufgabe: Regelmässige Tests für Krisenteams

  • Management auf dem Prüfstand: Mittels regelmässiger Tests und Übungen wird die Fähigkeit zur Bewältigung von ausserordentlichen Situationen validiert und bestätigt. Methodisch eignen sich dafür: Alarmierungs-, Krisenstabs-, Stabsrahmen- oder Vollübungen. 
  • Erfolgsausweis für die Unternehmensführung: Erfahrungen aus Einsätzen und Übungen belegen, dass ein regelmässig beübter Krisenstab schneller einsatz- und krisenbewältigungsfähig ist als eine unerfahrene Notfallorganisation.

Entscheidender Erfolgsfaktor: Proaktive Kommunikation in der Krise

Bei der erfolgreichen Bewältigung einer Krisensituation spielt die taktisch kluge Kommunikation eine Schlüsselrolle. Messlatte für den Erfolg der Krisenkommunikation ist die Reputation der Unternehmung in der Öffentlichkeit. Fehlende oder unpassende Kommunikation hat hohe Kundenrelevanz und kann grossen Reputationsschaden nach sich ziehen.

Das Erfolgsrezept

Mit einem CEO-Team als proaktivem Element der Krisen- und Notfallbewältigung eines Unternehmens kann die Crisis Resilience zeitnah und signifikant verbessert werden!
Diese Untergruppe im Notfallteam, bestehend aus dem CEO (Oberverantwortlicher für die Kommunikation des Unternehmens) und den verfügbaren Media- & Communications-Spezialisten, sichert die vorausschauende, proaktive Aktion, während sich der Rest des Krisenstabs vornehmlich reaktiv um Problemlösungen kümmert.

KTK+ in Kürze:

    1.  In Notfallsituationen hilft professionelle Kommunikation sofort, Schäden zu vermindern. 
    2.  Proaktive Kommunikationsführung dagegen verhindert Krisen!

 

Operative Konsequenzen für Geschäftsleitung und Verwaltungsrat aus der Bedrohung durch das «Coronavirus»

Die eingangs beschriebenen Entwicklungen lassen folgendes wichtiges Szenario möglich bis wahrscheinlich erscheinen: «Personalausfälle in grösserem Umfang bewirken Störungen auf allen Stufen der Produktion und Distribution». Höchste Zeit also, die Business Continuity-, und insbesondere die Pandemieplanungen, aus der Versenkung zu holen! 

ISPIN empfiehlt verantwortungsbewussten Geschäftsleitungsleitungen und Verwaltungsräten, die Vorkehrungen für den Notfall jetzt zu überprüfen und sie, bei Bedarf, mit geeigneten Sofortmassnahmen zu verstärken.

Das von ISPIN empfohlene KTK+ Modell deckt die komplexen Zusammenhänge einer Notfallsituation im Unternehmen gesamtheitlich ab und befähigt die Verantwortungsträger, in einer Krisensituation professionell und interessewahrend zu agieren.

Von ISPIN empfohlene Sofortmassnahmen zur Sicherstellung der Crisis Resilience:

  • Krisenstab: Funktionskontrolle (Aktualität der Besetzung, Alarmierung, Dokumentation) durchführen.
  • Vorbereitete Krisenszenarien: Sicherstellen, dass das Szenario «Personalausfall in grösserem Ausmass (Pandemie)» in den BCM Plänen abgedeckt ist.
  • Notfallpläne: Sich vergewissern, dass die Pandemiesituation in den Notfallplänen abgedeckt ist. 
  • Lieferanten: Überprüfen, ob Ihre Lieferanten/Dienstleister angemessen vorbereitet sind. 
  • Kommunikation: Sind die Stakeholdergruppen (für Kommunikation) bekannt resp. definiert? Besteht ein dediziertes, aktionsbereites CEO-Team?

… in diesem Sinne:
Aktivieren Sie Ihr CEO-Team jetzt, kommunizieren Sie proaktiv zu CoV und steuern Sie Ihr Unternehmen erfolgreich an der Krise vorbei!

 

Sind Sie vorbereitet?

Unsere Cyber Security-Consultants verfügen über entsprechende Projekterfahrung und stets aktuellstes Know-how. Gerne unterstützen wir Sie bei der Überarbeitung Ihrer Notfallpläne an die aktuellen Bedrohungsszenarien.

Haben Sie Fragen zu unseren News, Events oder Blogartikeln? Nehmen Sie mit mir Kontakt auf.

Reiner Höfinger

Marketing & Communications

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